Erste Windows-7-Spots: Abschütteln als Feature

Ganz viral tauchen die ersten Werbespots zu Windows 7 auf. “Aero Shake” zu inszenieren – jene eher nebensächliche Funktion zum Fenster wegschütteln – erscheint ja zunächst als etwas alberne Idee. Dafür haben es die Produzenten aber ganz gewitzt umgesetzt. Nach dem Spot hat garantiert jeder kapiert, wie es funktioniert – ob es die Anwender nutzen werden, ist wohl eher nebensächlich.

Hibernate-Problem: Inkompatible Software ist schuld

Auf zwei Windows-7-Testrechnern (RC) hatte ich mit dem selben, sehr ärgerlichen Problem zu kämpfen: Weder der Ruhezustand (Hibernate) noch der Energiesparmodus wollten funktionieren, so dass die PCs entweder ständig an oder (viel zu selten) komplett ausgeschaltet waren. Seit einigen Wochen experimentierte ich nun schon mit allen möglichen Einstellungen in den Energieoptionen herum, was aber ebensowenig half wie das Erneuern von Chipsatztreibern.

Nachdem ich zwischendurch bereits über einen bösen Bug in Windows 7 mutmaßte, habe ich gestern  endlich eine Lösung ergoogelt. Wie einem Hinweis in diesem Win7-Forum zu entnehmen ist, liegt die Schuld für den gestörten Energiesparmodus am kleinen Tool “Virtual Clone Drive” von Slysoft. Nach der Deinstallation funktionierten Ruhezustand wie “Energie sparen” wieder genauso, wie man es erwartet.

Hoffentlich beseitigen die Entwickler den Bug, denn an sich ist VCD ein sehr nützliches Tool.

Seit der Win-7-Beta: Microsoft feilt emsig am UI

Die offiziell im Umlauf befindliche Windows 7 Beta wurde am 12. Dezember kompiliert. Zwar suggerierte Microsoft mit der oft wiederholten Aussage “Feature complete”, dass es nur noch um den letzten Feinschliff unter der Haube gehe. Doch offenbar werkelt man in Redmond emsig auf allen Stockwerken des Gebäudes inklusive der Fassade, wie ein Beitrag auf Ars Technica anschaulich zeigt.

Der Autor hat sich die Mühe gemacht, die Beta mit dem aktuellen, offiziell nicht erhältlichen Build 7057 vom 5.3. zu vergleichen und stellt in einer langen Reihe von Screenshots alle zwischenzeitlich hinzugekommenen Neuerungen vor.7000_7048_alttab1.png

(via Paul Thurrott)

Treiberprobleme – beweisen sie die Eigenständigkeit von Windows 7?

Mir ist die Infoworld-Debatte (s.u.) etwas zu akademisch. Stattdessen interessieren mich im Moment vor allem die Erfahrungen aus den ersten vier Wochen mit Windows 7 (Build 6801). Das Sony Vaio SZ3 erwies sich dabei als hervorragendes Testobjekt – denn es wartet mit einigen Hardwarespezialitäten auf schreit somit geradezu nach Treiberproblemen. Und tatsächlich: Trotz der von Microsoft versprochenen Kompatibilität  mit Vista machten einige Vista-Treiber Stress -  teilweise die von Sony, teilweise die von den Komponentenherstellern. Im einzelnen gab es folgende Problemfälle:

- Nvidia 3D-Chip Geforce 7400go: Nur ein Teil der verfügbaren Vista-Treiberversionen funktioniert, bei einigen bleibt der Bildschirm schwarz. Der wahlweise aktivierbare, integrierte Intel-Grafikchip macht hingegen nur minimale Probleme, lediglich die Helligkeitsregulierung funktioniert nicht ganz so, wie sie das unter Vista tut.

- Funktionstasten (via ‘Vaio Event Service’-Treiber): Während die Lautstärketasten ok sind, verweigern die Tasten für Bildschirmhelligkeit ihren Dienst – egal mit welcher Treiberversion.

- Der Treiber und die Software von Sony, die den externen Stoßsensor für die Festplatte steuern, funktionieren nicht.

- Die – nicht unbedingt notwendigen – Audiotreiber vom Chiphersteller Sigmatel lassen sich nicht installieren. In diesem Fall meldet der Installer eine falsche OS-Version und bricht die Prozedur ab. Die Treiber selbst laufen problemlos.

Aus diesem kleinen Testfall lassen sich einige interessante Schlüsse ziehen. Erstens hat Microsoft gegenüber Vista offensichtlich eine Reihe von Lowlevel-Mechanismen verändert, da gleich mehrere völlig unterschiedliche Treiber Zicken machen. Zweitens droht von einer völlig überflüssigen Front zusätzliches Ungemach: “Schlaue” Installationsroutinen von Drittanbietern dürften vielen zukünftigen Windows-7-Anwendern den Umstieg vermasseln, weil ihnen die Systemversion nicht passt.

Ob Windows 7 nur ein Vista SP2 ist, sollen andere ausdiskutieren. Klar ist nach meinen ersten Testrunden, dass Microsoft teilweise gravierende Veränderungen vorgenommen hat. (Und nur zur Sicherheit der Hinweis: Es handelt sich immer noch um eine Vor-Betaversion.)

Ist Windows 7 nur ein aufpoliertes Vista?

In den US-Medien wirbelt Windows 7 schon ziemlich viel Staub auf. Nachdem Randall Kennedy auf seinem Infoworld-Blog einige sehr kritische Stücke über das neue Betriebssystem vom Stapel ließ – Tenor: “Windows 7 ist Vista SP2” –, prasselten regelrechte Hasstiraden von aufgebrachten Lesern über ihn herein. Der Infoworld kann es aus Quotensicht recht sein, und so hält sie die “Große Windows 7 Debatte” weiter am köcheln mit einem Streitgespräch zwischen Kennedy und dem OSNews-Kollegen Thom Holwerda.

Wenn Win7 bockt: Inkompatible Anwendungen

Microsoft hat bereits bekanntgegeben, dass bestimmte Anwendungen unter Windows 7 nicht mehr laufen werden. Infoworld-Blogger Randall C. Kennedy, bekennender Vista-Verächter (und doch kein Windows-Feind…), hat bereits kurz nach der Verteilung der PDC-Testversion ein paar Inkompatible ausgemacht: So verweigern die Daemon-Tools unter dem neuen System ihren Dienst, so dass er nun alternativ – wie übrigens ich schon seit längerem – Virtual Clone Drive einsetzt. Auch Vmware Workstation 6.5 lief bei ihm nicht mehr, Probleme machte außerdem Skype 3.8. Ich halte zwar Kennedys Kritik angesichts des Vor-Betastadiums für überzogen, aber hilfreich sind seine Hinweise allemal.

Ich habe auch schon einige Inkompatibilitäten ausgemacht, an dieser Stelle beschränke ich mich mal auf einfache Anwendungen, die nicht mehr laufen:

-Speedfan (zählt vermutlich zu der von Microsoft genannten Risikogruppe systemnaher Tools)
-Windows Movie Maker 2.6 (Seltsam. Wäre wahrscheinlich kompatibel, aber der Installer verweigert wegen unpassender Systemversion die Installation)

Ich werde weiter sammeln, halte mich aber angesichts des frühen Stadiums der Testphase mit Kommentaren zurück.

Windows 7 belegt auch weniger Plattenplatz

Auf dem Microsoft-Entwicklerblog für Windows 7 erklärt ein neuer Beitrag sehr ausführlich, mit welchen Maßnahmen der Datenumfang des Betriebssystems auf der Festplatte reduziert werden soll. Erklärtes Ziel ist, unter der Marke von Windows Vista zu bleiben. Fazit des langen Textes:

In conclusion, as we develop Windows 7 it’s likely that the system footprint will be smaller than Windows Vista with the engineering efforts across the team which should allow for greater flexibility in system designs by PC manufacturers. We will do so with more attention to defaults, more control available to OEMs, end-users and IT pros, and will do so without compromising the reliability and robustness of Windows overall.

Angetestet: Windows 7 auf Samsung-Netbook NC10

Vista gilt als lahm – deshalb verkaufen fast alle Netbook-Hersteller ihre günstigen Mini-Laptops mit Windows XP. Microsoft möchte sich diesen Markt natürlich nicht entgehen lassen und hat schon auf der PDC 2008 verkündet, dass Windows 7 deutlich schlanker sein und problemlos auf Netbooks laufen soll.

Am Montag hatte ich auf der Xtopia in Berlin die Gelegenheit, mich davon selbst zu überzeugen. Daniel Melanchthon, “Technical Evangelist” bei Microsoft Deutschland, zeigte mir auf seinem nagelneuen Samsung-Netbook NC10 (hier im PC-Welt-Test) die aktuelle Windows-7-Alphatestversion 6801.

Der erste Eindruck war positiv: Tatsächlich läuft alles sehr flüssig, die Prozessorauslastung bewegt sich im niedrigen Bereich, so dass noch genügend Luft für weiteren Anwendungsballast sein dürfte. Man darf also gespannt sein, ob die Netbook-Anbieter im nächsten Jahr auf den Windows-7-Zug aufspringen werden. Gerüchten zufolge sorgen die Lizenzkosten noch für erheblichen Diskussionsstoff zwischen Microsoft und den OEMs.

Windows 7 Desktop-News (4): Sidebar weg, Gadgets frei positionierbar

25 Jahre Windows(-Ankündigung)

Wired hat gestern dran gedacht: Am 10.11.1983 kündigte Bill Gates in New York erstmals öffentlich an, dass Windows der kommende grafische Aufsatz für das kryptische DOS sein werde. Geplant war Windows 1.0 für den November 1984, doch tatsächlich erschien es erst 1985 – dann aber gleich als Version 1.01.

Viele Infos und Unmengen an Bilder über die Geschichte von Windows hat übrigens Dirk Makowski auf winhistory.de gesammelt.

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