Hibernate-Problem: Inkompatible Software ist schuld
Auf zwei Windows-7-Testrechnern (RC) hatte ich mit dem selben, sehr ärgerlichen Problem zu kämpfen: Weder der Ruhezustand (Hibernate) noch der Energiesparmodus wollten funktionieren, so dass die PCs entweder ständig an oder (viel zu selten) komplett ausgeschaltet waren. Seit einigen Wochen experimentierte ich nun schon mit allen möglichen Einstellungen in den Energieoptionen herum, was aber ebensowenig half wie das Erneuern von Chipsatztreibern.
Nachdem ich zwischendurch bereits über einen bösen Bug in Windows 7 mutmaßte, habe ich gestern endlich eine Lösung ergoogelt. Wie einem Hinweis in diesem Win7-Forum zu entnehmen ist, liegt die Schuld für den gestörten Energiesparmodus am kleinen Tool “Virtual Clone Drive” von Slysoft. Nach der Deinstallation funktionierten Ruhezustand wie “Energie sparen” wieder genauso, wie man es erwartet.
Hoffentlich beseitigen die Entwickler den Bug, denn an sich ist VCD ein sehr nützliches Tool.
Treiberprobleme – beweisen sie die Eigenständigkeit von Windows 7?
Mir ist die Infoworld-Debatte (s.u.) etwas zu akademisch. Stattdessen interessieren mich im Moment vor allem die Erfahrungen aus den ersten vier Wochen mit Windows 7 (Build 6801). Das Sony Vaio SZ3 erwies sich dabei als hervorragendes Testobjekt – denn es wartet mit einigen Hardwarespezialitäten auf schreit somit geradezu nach Treiberproblemen. Und tatsächlich: Trotz der von Microsoft versprochenen Kompatibilität mit Vista machten einige Vista-Treiber Stress - teilweise die von Sony, teilweise die von den Komponentenherstellern. Im einzelnen gab es folgende Problemfälle:
- Nvidia 3D-Chip Geforce 7400go: Nur ein Teil der verfügbaren Vista-Treiberversionen funktioniert, bei einigen bleibt der Bildschirm schwarz. Der wahlweise aktivierbare, integrierte Intel-Grafikchip macht hingegen nur minimale Probleme, lediglich die Helligkeitsregulierung funktioniert nicht ganz so, wie sie das unter Vista tut.
- Funktionstasten (via ‘Vaio Event Service’-Treiber): Während die Lautstärketasten ok sind, verweigern die Tasten für Bildschirmhelligkeit ihren Dienst – egal mit welcher Treiberversion.
- Der Treiber und die Software von Sony, die den externen Stoßsensor für die Festplatte steuern, funktionieren nicht.
- Die – nicht unbedingt notwendigen – Audiotreiber vom Chiphersteller Sigmatel lassen sich nicht installieren. In diesem Fall meldet der Installer eine falsche OS-Version und bricht die Prozedur ab. Die Treiber selbst laufen problemlos.
Aus diesem kleinen Testfall lassen sich einige interessante Schlüsse ziehen. Erstens hat Microsoft gegenüber Vista offensichtlich eine Reihe von Lowlevel-Mechanismen verändert, da gleich mehrere völlig unterschiedliche Treiber Zicken machen. Zweitens droht von einer völlig überflüssigen Front zusätzliches Ungemach: “Schlaue” Installationsroutinen von Drittanbietern dürften vielen zukünftigen Windows-7-Anwendern den Umstieg vermasseln, weil ihnen die Systemversion nicht passt.
Ob Windows 7 nur ein Vista SP2 ist, sollen andere ausdiskutieren. Klar ist nach meinen ersten Testrunden, dass Microsoft teilweise gravierende Veränderungen vorgenommen hat. (Und nur zur Sicherheit der Hinweis: Es handelt sich immer noch um eine Vor-Betaversion.)
Wenn Win7 bockt: Inkompatible Anwendungen
Microsoft hat bereits bekanntgegeben, dass bestimmte Anwendungen unter Windows 7 nicht mehr laufen werden. Infoworld-Blogger Randall C. Kennedy, bekennender Vista-Verächter (und doch kein Windows-Feind…), hat bereits kurz nach der Verteilung der PDC-Testversion ein paar Inkompatible ausgemacht: So verweigern die Daemon-Tools unter dem neuen System ihren Dienst, so dass er nun alternativ – wie übrigens ich schon seit längerem – Virtual Clone Drive einsetzt. Auch Vmware Workstation 6.5 lief bei ihm nicht mehr, Probleme machte außerdem Skype 3.8. Ich halte zwar Kennedys Kritik angesichts des Vor-Betastadiums für überzogen, aber hilfreich sind seine Hinweise allemal.
Ich habe auch schon einige Inkompatibilitäten ausgemacht, an dieser Stelle beschränke ich mich mal auf einfache Anwendungen, die nicht mehr laufen:
-Speedfan (zählt vermutlich zu der von Microsoft genannten Risikogruppe systemnaher Tools)
-Windows Movie Maker 2.6 (Seltsam. Wäre wahrscheinlich kompatibel, aber der Installer verweigert wegen unpassender Systemversion die Installation)
Ich werde weiter sammeln, halte mich aber angesichts des frühen Stadiums der Testphase mit Kommentaren zurück.